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Ein Flugpatenbericht

Madrid im November? Für viele vielleicht kein lohnendes Reiseziel. Doch für uns war es auch nur ein kurzer Aufenthalt dort, denn wir waren nur für einen Tag in Spanien. Verrückt ist das natürlich, doch die Reise war ja auch nicht nur für uns bestimmt, sondern für Domino, einen hübschen Spanier! Und wir waren seine Flugpaten! Im Eigenversuch wollten wir testen, wie so etwas funktioniert:

Natürlich haben wir in den Wochen vor unserem Flug bereits alle Flugzeiten und Treffpunkte und mit der Tierschutzorganisation „Spanische Waisenhunde“ abgesprochen und alle wichtigen Telefonnummern ausgetauscht. So standen wir also pünktlich mit unserer Telefonliste bewaffnet (sicher ist sicher!) für unseren Rückflug am Madrider Check-in unserer Fluglinie und warteten auf die ersten „Mitreisenden“. Diese waren uns auch schon vorher bekannt gegeben worden – alles per email und mit Foto, so dass wir unsere Tiere auch erkennen würden. Mit uns würden also 2 Hunde und 1 Kater und 2 Katzenbabys fliegen.

Wir hatten uns 2 ½ Stunden vor Abflug verabredet und schon bald kam die erste Dame mit den ersten Kabinengästen: die 2 kleine Katzenbabys. Wir hatten Glück, denn so lernten wir Jutta von der ALBA kennen. Jutta spricht als “ausgewanderte Deutsche “fließend deutsch und natürlich spanisch. Sehr praktisch, da ansonsten die Kommunikation, je nach Organisation, meist in Kombination Spanisch/Deutsch/Englisch statt findet.

 

Die 2 Kätzchen waren sehr ruhig und schliefen schon gleich auf dem Flughafen ein. Der nächste Ankömmling war unser stattlicher Kater Turko (von der Madrider Organisation ANAA), ein wunderschöner Siamkater mit blauen Augen. Auch er saß bereits in seiner Transportbox (Kennel) und schien die ganze Sache gelassen zu sehen.



Zuletzt liefen dann die beiden Hunde von den Spanischen-Waisenhunden mit ihrer Betreuerin Angeles ein:
Pigy, ein niedlicher Dackelmischling und Domino, ein wunderschöner „Golden“ Dalmatiner, ein Dalmatiner mit hellbraunen, fast gelben Punkten. Ein hübscher Kerl!

Somit war unsere Reisegruppe vollständig.

Zunächst wurden dann erst mal die Impfausweise und Dokumente der Tiere an uns übergeben und auf unseren Wunsch hin auch erklärt.

Den Impfpass sollte man sich natürlich hinsichtlich der gemachten Angaben ansehen und ca. die Rasse/Aussehen/Größe prüfen, damit es bei der Einreise keine Missverständnisse oder Komplikationen gibt. Außerdem dürfen nur geimpfte und mit einem Mikrochip versehene Tiere eingeflogen werden. Natürlich hat alles bei unseren Tieren gepasst (die ALBA versieht die EU-Ausweise ihrer Tiere sogar mit Foto) und somit verfrachteten wir noch die beiden Hunde in ihre Kennels und ab ging´s zum Schalter.

Doch hier hatten wir eher eine Statistenrolle eingenommen, denn Jutta und Angeles regelten die Sache für uns. Die Hunde, die ja aufgrund ihres Gewichtes und Größe im Frachtraum transportiert wurden, mussten zum Sperrgepäck-Schalter gebracht werden, wobei uns die zuständige Tierschützerin auch hier noch immer begleitete. Und bei den Hunden war´s das dann auch schon: sie würden wir erst bei Ankunft wieder sehen. Somit verabschiedeten wir uns von Angeles, die ja noch viele weitere Hunde zu versorgen hat.

Die Katzen, die als Handgepäck in der Kabine mitfliegen dürfen, hatten wir inzwischen auf dem Gepäckwagen deponiert und fuhren mit ihnen zur Sicherheitskontrolle. Bis hierher begleitete uns nach wie vor die deutschsprachige Jutta, um sicher zu gehen, dass wir auch dort keine Probleme bekommen würden. Denn manche Sicherheitsbeamte verlangen, die Katzen (oder auch kleine Hunde) aus der Box zu nehmen, da diese durch die Röntgenkontrolle muss. Da die Tiere aber doch oft unter Stress stehen, ist das Herausnehmen mit einer großen “Fluchtgefahr“ verbunden. Auch hier vermittelte glücklicherweise wieder Jutta für uns, so dass die Katzen einfach auch „durchröntgt“ wurden („einmal macht schon nichts!“) und wir somit ohne Schwierigkeiten passieren konnten. Mit heftigem Winken verabschiedeten wir uns dann noch mal von der hilfsbereiten ALBA-Dame und warteten auf unseren Flug (die Katzen schliefen).

Als wir endlich unser Flugzeug bestiegen hatten, erkundigten wir uns sicherheitshalber bei den Flugbegleitern, ob auch unsere Hunde mit an Bord sind. Dies wurde uns freundlich bestätigt und nachdem wir auf unseren Plätzen saßen, verstauten wir pflichtgemäß, die Boxen mit den Katzen unter den Vordersitzen.

Der Flug war angenehm, die Kätzchen schliefen, einzig der Kater Turko miaute kurz nach dem Start ab und zu, was aber bei den Fluggeräuschen nicht weiter störte. Es verlief also auch der Flug ruhig und entspannt. Die Samtpfoten wirkten auch nicht sehr gestresst und darüber waren wir dann doch erstaunt!

Nach der Landung in München warteten wir beim Sperrgepäck gespannt auf unsere Hunde und bekamen diese auch sehr schnell wieder. Auch die beiden waren recht gelassen! Wir waren gespannt, ob wir an der Passkontrolle mit “so vielen Tieren“ aufgehalten werden würden, aber wir wurden nicht einmal angesprochen. Also nichts wie raus!

Womit wir nicht gerechnet haben war dann diese überwältigende Freude bei den Abholern!!

Pigy, unser Dackelmix wurde von seinen Adoptanten (Mutter und Tochter) schon sehnlichst erwartet. Sie waren extra vom Bodensee nach München gefahren, um Pigy abzuholen. Die beiden Damen hatten mit Wasserschüsselchen und Futter vorgesorgt und drückten den etwas verdutzten Hund fest an sich. Da flossen fast schon die Tränen!

Die Baby-Kätzchen wurden uns ebenfalls gleich abgenommen und die Dame bedankte sich vielmals für unsere Mithilfe.

Turko, der hübsche Siamkater wurde von seinem neuen Besitzer abgeholt, der ihn beinahe persönlich in Madrid abgeholt hätte und überglücklich über unsere Patenschaft war. Er bedankte sich mit einer süßen Überraschung bei uns.

Allen Abholern wurden natürlich sämtliche Papiere für die Tiere übergeben. Auch um die Transportboxen mussten wir uns nicht mehr kümmern – sie werden ohnehin in der Regel für die weitere Heimreise benötigt und später dann den jeweiligen Organisationen wieder geschickt.


Tja und Domino, der hübsche braun gepunktete Dalmatiner?
Der durfte erst mal mit uns nach Hause fahren, denn wir haben ihn als ersten spanischen Pflegehund zu uns geholt. Nachdem wir ihn dann aus der Box befreit hatten, freute er sich auch wie wild, als ob er schon immer zu uns gehört hätte und dann machten wir uns mit ihm auf die Heimreise.

Unser Fazit:
Flugpate zu sein macht Spaß und ist mit keinerlei Kosten und wenig Aufwand für den Reisenden verbunden. Zur Nachahmung empfohlen!


Wir werden es jedenfalls gerne wieder machen!

Sabine und Monika, 2007